Unsere Herangehensweise

Im Traumakontext ist ein hoch individuelles Vorgehen indiziert, das sich eng an den Bedürfnissen der jungen Menschen orientiert. Gleichzeitig sind haltgebende Rahmengebung und verpflichtende Struktur ein heilendes Moment, da Strukturlosigkeit ein hohes Risiko für psychische Zusammenbrüche darstellt. In unserer Vorgehensweise suchen wir einen guten Mittelweg zwischen individuellem und strukturgebendem Vorgehen. Die Bewohner sollen klar entscheiden können, was sie machen wollen, sich gleichzeitig aber innerhalb klar vorgegebener Strukturen bewegen.

Die hier beschriebenen Elemente folgen den aktuellen Leitideen aus der Traumapädagogik und Traumaforschung. Gerade bei komplex-traumatisierten Menschen steht die emotionale Stabilisierung im Vordergrund. Insbesondere bei Menschen, die viele Traumata erlitten haben, ist eine Aufarbeitung der Traumata - wenn überhaupt - erst nach einer Stabilisierung möglich.

Die Verknüpfung von Pädagogik und Therapie stellt eine der Hauptsäulen unseres mehrdimensionalen Hilfekonzepts dar. Pädagogische und therapeutische Strategien sind dabei konstruktiv miteinander verwoben: Unsere pädagogischen Mitarbeiter arbeiten auch im Alltag mit therapeutischen Techniken, und unsere Therapeuten verfügen auch über pädagogische Kompetenzen. Wir legen Wert darauf, dass unsere pädagogisch-therapeutische Arbeit im Alltag möglichst konkret und greifbar ist.

Über eine computerunterstützte zielorientierte Fallsteuerung (siehe Unser CURAS-System) vernetzen wir Erkenntnisse aus dem Alltag und der pädagogisch-psychologischen Diagnostik und setzen sie im heilpädagogisch-therapeutischen Kontext in allen Bereichen unmittelbar in die Tat um.