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Der Autor über sein Buch

Das Buch richtet sich an eine breite Leserschaft, d.h. u.a. an Praktiker, die mit Kindern und Jugendlichen mit komplexen Problemkonstellationen befasst sind (sozial-pädagogische und sozialarbeiterische Fachkräfte, Lehrer, Therapeuten, Kinder- und Jugendpsychiater, etc.), an Eltern, die sich mit der Problematik ihrer Kinder intensiver auseinandersetzen möchten, oder auch an wissenschaftlich orientierte Leser, die an einer Diskussion der Thematik Persönlichkeitsentwicklungsstörungen aus Sicht von Praktikern interessiert sind. Wir haben uns deswegen bewusst bemüht, die Sachverhalte zwar fundiert, aber auch für ein breites Publikum verständlich darzustellen. Zahlreiche Fallbeispiele untermauern dies noch weiter.

Klappentext
In Jugendhilfeeinrichtungen nimmt die Zahl der Kinder und Jugendliche mit komplexen Problem- bzw. Störungskonstellationen zu. Diese Problemkonstellationen zeichnen sich durch vielfältige, wechselhafte und teils widersprüchliche Symptome wie auch durch dysfunktionale und deshalb sehr strapaziöse Interaktionsstile aus. Sie gelten als langanhaltend und tiefgreifend und haben sich in der Regel nach wenig erfolgreichen ambulanten Therapieversuchen in alle Lebensbereiche hinein ausgewirkt und verfestigt. Diese Problemkonstellationen stellen hohe Anforderungen an die pädagogisch-therapeutischen Mitarbeiter und lösen selbst bei fachlich sehr qualifizierten und erfahrenen Personen vielfach Zermürbung und Hilflosigkeit aus. Gerade in Krisenzeiten stellen sie die Zusammenarbeit aller Beteiligten, auch zwischen Leistungserbringer und Jugendhilfeträger, vor typische Belastungsproben, die gemeinsam durchgestanden werden müssen.

Für diese jungen Menschen mit langanhaltenden und komplexen psychosozialen Problembelastungen existieren nur wenig umfassende Hilfekonzepte, obwohl ihre soziale Integration außerordentlich gefährdet ist und ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Persönlichkeitsstörungen im Erwachsenenalter angenommen werden kann. Ein mehrperspektivisches Erklärungsmodell und eine Neudefinition des Begriffes Persönlichkeitsentwicklungsstörung tragen zum Verständnis der therapeutischen und pädagogischen Probleme bei.

Die daraus resultierenden Arbeitshypothesen eröffnen neue therapeutische und pädagogische Handlungsspielräume für die sog. "besonders schwierigen Fälle", wenn Therapien nicht gelingen und pädagogische Schwierigkeiten nicht enden wollen. Sie ermöglichen meist auch ein neues Arbeitsbündnis mit zermürbten Eltern, Lehrern und anderen Beteiligten. Außerdem ergeben sich weitreichende Konsequenzen für die Ergebnisqualität bzw. die Erfolgsbewertung von Hilfeprozessen und damit auch für die Qualitätsentwicklung, denn es kann bei diesen Problemkonstellationen meist nicht davon ausgegangen werden, dass der Hilfeprozess einem Heilungsprozess gleich kommt.

Über den Autor
Dipl.-Psych. A. Adam war langjähriger Leiter von Haus Fichtenhalde. Dipl.-Psych. M. Breithaupt-Peters ist in der Einrichtung vor allem im diagnostischen Bereich und in der wissenschaftlichen Begleitforschung tätig.